Marokko – die Rote Stadt Marrakech

 

Marrakech, der Flair von 1000 und 1 Nacht

 

 Wir kommen gerade von einer Woche Urlaub in Marrakech zurück und die Eindrücke sind noch ganz frisch, also will ich das doch gleich nutzen und etwas darüber erzählen.

 

Die Entscheidung für Marrakech wurde bei uns aus der Neugier heraus geboren, ich hatte von vielen vom berühmten Flair von 1000 und 1 Nacht gehört, einer eigenen Welt innerhalb der Medina, der Altstadt von Marrakech, und dem bunten Treiben auf den Souks, den Märkten. Und nun wollten wir das einfach mal selber sehen und erleben. 

Da wir diesmal nur eine Woche Zeit hatten, haben wir uns dazu entschlossen, diese komplette Woche in Marrakech zu verbringen, da uns ein Transfer an die Küste, zum baden, für die uns zur Verfügung stehende Zeit doch etwas zu weit war. Und bei allem Kulturinteresse waren doch auch ein zwei Tage einfach nur Erholung im Plan.

Der Wunsch nach ein Paar Tagen Nichtstun war auch der Grund, warum wir uns für ein Hotel ein paar Kilometer außerhalb von Marrakech entschieden haben, und durch den vom Hotel kostenlos angebotenen Shuttle in die Stadt war uns die Möglichkeit jederzeit unkompliziert dort hinzukommen gegeben.

Marrakech ist eine zweigeteilte Stadt, zum einen ist da die Altstadt, die Medina, welche bis heute von einer 20 km langen Mauer umzogen wird. Die Mauer umzieht heute die Altstadt, das jüdische Viertel und die Gärten von Almohaden. Auf der anderen Seite ist die Neustadt, welche sehr modern ist und daher für uns ehr uninteressant, war. Die Medina, das Treiben innerhalb dieser Mauer ist das, was uns und wohl auch die meisten Touristen interessiert.

Und es ist wirklich wie man es oft erzählt bekommt, es ist eine andere Welt, wobei der Flair von 1000 und 1 Nacht sich ehr etwas versteckt hält.

 

Die Straßen und Gassen sind alle sehr klein und verwinkelt. Uns würde es schon Nerven kosten hier mit einem PKW durchzufahren, für die Einheimischen stellt das keine Herausforderung da, es ist für sie kein Grund nicht mit Rollern, Fahrrädern, Eselgespannen, Pkws und auch kleinen Bussen und Transportern dort zu fahren. Wie in anderen afrikanischen Ländern auch, kann ich mir nicht im Traum vorstellen hier selber zu fahren, somit haben wir es auch bevorzugt die Medina zu Fuß zu erkunden. Und ganz ehrlich selbst das bleibt immer mal wieder eine Herausforderung, da man immer wieder damit beschäftigt ist irgendwas mit Rädern auszuweichen.

Es ist abenteuerlich durch die kleinen Gassen zu gehen, was man sieht ist für Europäer ehr ungewohnt, was wir vielleicht als etwas baufällig und dreckig empfinden ist hier normal, was für uns ehr unhygienisch scheint hier Standart. Da es nun nicht unser erstes afrikanisches Land war, war uns das nicht alles so neu, was aber auch ich so noch nicht life gesehen hatte, war ein einheimischer Markt, wo rohes Fleisch und Fisch einfach so vor den Ständen hängt. Oder einen Stand in dem im hinteren Bereich die Hühner in Käfigen sitzen und vor sich hin gackern, und links im Vordergrund die frischen Eier verkauft werden und rechts daneben, die frisch geschlachteten Hühner.

Wir kennen es halt nicht, das oben auf dem Tresen das frisch geschlachtete Tier ausgenommen und dann verkauft wird, und vor den Füßen des Käufers mit den übergebliebenen Resten die Katze gefüttert werden J Aber hier, innerhalb dieser Mauern ist das noch ganz normal.

 

Sehr faszinierend fand ich hier die absoluten Gegensätze, die wenn man einfach nur durch die Straßen der Medina geht, auf den ersten Blick gar nicht sieht. Wir hatten das Glück, das ein paar Gassen hinter diesem Markt ein Hotel, ein so genanntes Riad uns seine Türen geöffnet hat, damit wir es uns einmal ansehen konnten. Und da war er dann, der Flair aus 1000 und 1 Nacht, viel größer können Unterschiede wohl nicht sein. Man tritt von einer ehr unansehnlichen Gasse durch eine schwere Holztür in den Innenhof eines wunderschönen Innenhof eines kleinen Hotels. Sauber, gepflegt, grün, ruhig und angenehm kühl. Es gibt viele dieser Riads, und man sieht eigentlich keinem seinen Zauber an, man sieht allerdings auch keinem seinen Preis an, und der ist nach oben definitiv unbegrenzt offen.

 

Bevor wir in das Labyrinth der Souks eingetaucht sind, haben wir uns noch die Saadier Gräber und den Bahia Palast angesehen. Es gibt hier vielleicht nicht soviel zu sehen wie man sich bei den schwungvoll klingenden Namen vorstellt, dennoch hat jedes einzelne seinen Höhepunkt. So ist das größte der Gräber sehr gut erhalten, und auch wenn man nur durch eine Art Eingang einen Blick hinein werfen kann, ist es beeindruckend zu sehen was Menschen früher gebaut haben. Auch die Innenhöfe des Bahia Palastes mit seinen gut erhaltenen Holz- und Gibs Schnitzereien sollte man durchaus mal gesehen haben.

 

Wir haben auch vor der bekannten Koutoubia Moschee gestanden, da Moscheen in Marokko aber von nicht Muslimen nicht betreten werden dürfen, kann man diese nun mal nur von außen besichtigen, die Größe ist beeindruckend, die Geschichten zu Bau auch, aber mehr ist es dann hier auch nicht. 

 

Dann haben wir uns voller Neugier in das Getümmel der Souks, der Märkte in Marrakech gewagt. Das erste was auffiel, es geht immer noch ein wenig enger und noch ein wenig verwinkelter, aber wer glaubt hier passe dann nichts mehr mit Rädern hindurch, der unterschätzt die Roller und Eselskarren gewaltig.

 

Die Souks sind für unser Empfinden sehr unübersichtlich, von jeder noch so kleinen Gasse gehen wieder x weitere Gassen ab, als Tourist kann man sich hier ganz problemlos verlaufen. Für die Menschen dort oder auch für uns auf den zweiten Blick, hat es System, es gibt für jedes Gewerbe einen Bereich. Holzschnitzer, Schumacher, Gerber, Teppichhändler, Gewürzverkäufer … es dürfte nichts geben, was man in den Souks nicht bekommen kann.

 

Was ich so noch auf keinem Markt in irgendeinem andern Land gesehen habe war, dass die Waren nicht nur an diesen Ständen verkauft wurden, sondern sie wurden auch direkt davor oder daneben hergestellt. Man kann also quasi rechts den fertigen Schuh kaufen und sieht links wie er von Hand gefertigt wird, das Leder gegerbt oder zugeschnitten und die Einzelteile miteinander vernäht werden.

     In den Bereichen wo Metall oder Holz verarbeitet wird stehen in kleinsten Räumen Maschinen, es wird geschweißt und gehämmert, und wenn man sich vor 10 Metern noch auf einem Markt fühlte, meint man eben diese 10 Meter weiter man wäre in einer Werkstatt. Es ist definitiv ein Erlebnis. Die Händler hier sind wie alle, sie wollen verkaufen, aber ich war doch sehr positiv überrascht, denn sie sind bei weitem nicht so aufdringlich wie anderswo und um so tiefer man in die Souks eintaucht, um so weniger Touristen also da sind, um so entspannter wird es. In den Souks selbst gehört es zum guten Ton zu handeln, aber auf den eben erwähnten Lebensmittelmärkten der Einheimischen haben die Waren feste, tagesaktuelle Preise.

Etwas Vorsicht ist bei herumlaufenden Straßenhändlern geboten, hier sollte wohl jeder selber wissen, ob er sich das geben möchte oder nicht, diese Jungs wollen nicht immer beim ersten klaren „nein“ auch zu Kenntnis nehmen das man kein Interesse hat und sind dann doch schon mal etwas anhänglicher. Abstand sollte man auf jeden Fall davon nehmen Leute Geld zu wechseln, denn hierbei wird man nur allzu gerne übers Ohr gehauen, auch bettelnde Kinder sollte man, so schwer wie es auch oft fällt, ignorieren, nicht nur das man sie schwer wieder los wird, wenn man erst mal einem was gegeben hat, werden es auch sehr schnell mehr.

 

 Was das fotografieren angeht, verhält es sich wie in vielen andern Ländern auch, mal sollte die Einheimischen erst fragen bevor man sie fotografiert, oft reicht bei der „normal Bevölkerung“ eine nette Frage für eine Erlaubnis auch aus. Auf den Bekannten touristischen Plätzen oder gar dem Djemma el Fna, dem Gauklerplatz, wo in typische Trachten gekleidete Männer stehen, oder Schlangenbeschwörer zufällig in dem Moment ihre Kunst zeigen, wo man vorbei geht, muss man damit rechnen, das diese Leute Geld dafür erwarten, das man Fotos macht. Und sie können ungemütlich werden, wenn Sie es nicht bekommen.

Der Gauklerplatz füllt sich zum Nachmittag hin immer mehr mit Ständen aller Art, und das Treiben nimmt von Stunde zu Stunde zu. Es werden Garküchen, Grillstationen und Saftstände aufgebaut. Es kommen Schlangenbeschwörer, Gaukler mit Affen und Frauen die Henner Tattoos anbieten. 

Man kann um den ganzen Platz herum, wie eigentlich auch sonst sehr oft in Marrakech, schön auf Dachterrassen sitzen und dem Treiben zuschauen, zu sehen gibt es definitiv genug.

      Preislich ist Marrakech kein Schnäppchen, aber bei weitem auch nicht so überteuert wie man es sonst schon mal hat. Man kann für Softdrinks in der 0,3 l Flasche mit 2,50 € rechnen, essen kann man auch recht günstig, wenn man das einheimische Essen mag.

 

Was das Klima angeht, sollte man wenn man es nicht gerne ab 40 Grad aufwärts mag lieber die Zeit ab Mitte Juni bis Mitte Ende August meiden, unser Frühling oder auch unser Herbst ist da wohl die entspannter Reisezeit.

Unser Fazit zu Marrakesch, ja es ist definitiv eine ganz andere Welt, in welche man durchaus mal eingetauscht sein sollte. Der Flair aus 1000 und 1 Nacht hat sich mir oberflächlich aber ehr selten gezeigt, und wenn ich ihn gefunden habe hat man sich diesen durchaus gut bezahlen lassen.

 

Es war schön, aber das mich dieses Land wie einige andere so gepackt hat, das ich sofort noch mal hin möchte, kann ich nicht sagen. Es war eine Reise wert, aber für mich ganz persönlich aber eben auch nur eine. Aber hier muss man ganz klar sagen, ist es ja gut, dass jeder Mensch seine ganz persönlichen Empfindungen und Vorlieben hat. 

Wenn Euch gefällt was Ihr lest, folgt uns doch gerne. Mehr zu unserem Hotel in Marokko könnt Ihr in meiner Hotlbewertung dazu lesen.
 

 

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